Südharz-Kalirevier – Eine kurze Geschichte

Wo alles begann.

Die Geschichte des Kalibergbaus beginnt 1851/52 mit dem Abteufen der Schächte „von der Heydt“ und „Manteuffel“ in dem kleinen Ort Staßfurt, nördlich des Harzes, etwa 50 km entfernt von unserer heutigen Wirkungsstätte.

Ursprünglich waren die Schächte zur Gewinnung von Steinsalz gedacht, jedoch wurde im Zuge der Bergbautätigkeiten auch Kalisalz – damals noch als Abraum – „entdeckt“. Wissenschaftliche wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Nutzung von Kalisalz als Düngemittel führten dazu, dass die frühen Pioniere des Kalisalzbergbaus den Wert dieses Salzes erkannten. Daraufhin wurde 1861 die weltweit erste Kalifabrik in Staßfurt gebaut.

Es entwickelte sich ein regelrechter Boom und ab 1885 wurde begonnen, den wertvollen Rohstoff auch an anderen Orten zu erkunden.

Hermann von Pinno trieb die Erkundung nach Kalisalz südlich des Harzes voran, wo 1888 bei Kehmstedt erstmals Kalisalz nachgewiesen wurde. — Die Geburtsstunde des Südharz-Kalireviers!

Auch hier kam es im Anschluss zu einem Kaliboom, dutzende Schächte wurden abgeteuft und mehrere Bergwerke und Kalifabriken entstanden rund um die Jahrhundertwende:

  • 1897 Sondershausen
  • 1902 Bleicherode
  • 1906 Sollstedt
  • 1906 Roßleben*
  • 1909 Volkenroda
  • 1911 Bischofferode

*Roßleben, weiter östlich gelegen, gehört ebenfalls zum Südharz-Kalirevier

Diese Bergwerke, das Bergwerk Roßleben ausgenommen, produzierten während ihrer Laufzeit insgesamt 181 Mio Tonnen Kali.

Bergwerke des Südharz-Kalirevier
Historisch bedeutende Bergwerke im Südharz-Kalirevier

 

Zu DDR-Zeiten waren die Bergwerke – neben den Kaliwerken im Werra-Kalirevier und in Zielitz – ein grundlegender Baustein für die Wirtschaft und brachten dem Staat wichtige Devisen.

Die Lagerstätten wurden intensiv erkundet und die Jährliche Produktion von Kalidünger lag 1989 bei 3,5 Mio Tonnen.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden alle Kalibergwerke im Südharz-Kalirevier, die konventionellen Bergbau betrieben, trotz Protesten geschlossen.

Die Gründe für die Schließung sind vielfältig, führten aber dazu, dass eine sehr gut erkundete Lagerstätte bis heute im Untergrund „schlummert“.

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